| So sieht havana aus. Überall! Ok - gelogen. Aber selten ist der Anblick nicht. |
Hmpf. Das Essen gestern hat einen zwiespältigen Eindruck hinterlassen, im Grunde hat das der ganze Abend. Wir sind in einer Lonely Planet-Empfehlung getingelt, die auch unsere Hostelmama kannte und als gut bezeichnet hat. Die Planet-Empfehlungen sind eigentlich immer einen Besuch wert – grad in Indien haben Jan und ich damals echte Perlen entdeckt, die man so nicht gefunden hätte. Das Restaurant heißt Paladar Bellamar, wobei „Palladar“ lediglich bedeutet, dass es ein privates Lokal ist. Die Dinger gibt es auf Kuba genauso lange wie Casas paticulares und waren eine Idee von Fidel und seinen Kumpels um der Bevölkerung neue Einnahmequellen zu bescheren. Wie es sich gehört, unterliegt so ein Unternehmen in einem sozialistischen Staat unzähligen Regeln: die dürfen nur Tagesgerichte haben und irgendwie nur Huhn, Schwein und Fisch servieren, keine Speisekarte haben, maximal 14 Plätze – solcher Quatsch. Deshalb hat uns die sehr nette Besitzerin/Köchin/Bedienung/Chefin auch die beiden möglichen Gerichte schnell runtergerattert, auf kubanischem Spanisch. Wir haben verstanden, Wahnsinn. In der Wartezeit durften wir uns an den Wänden verewigen, war gar nicht so leicht ein freies Fleckchen an der Wand zu entdecken.
| Essen & malen im Palladar Bellmar |
| Das Ergebnis - ein Traum! Für Lisa und mich homogay und nico... ja, der is doof ;) |
Essen und Getränke waren gut, die Mutti und ihr Mann waren witzig. Blöderweise kam dann die Ernüchterung in Form der Rechnung: 30 cuc, also 20€. Das ist deutlich mehr als wir erwartet hatten und auch viel mehr als das Essen wert war, dafür hatten wir schon Lobster. Man kann aber halt nichts machen, wir hatten nur die Info aus dem Planet, dass ein Gericht 6 cuc kostet, daraus wurden auf der Rechnung 10, der Flan, von dem wir dachten, dass er dazu gehört, kostete auch mal easy 2 cuc. Sowas nervt. Wir konnten ja auch nichts sagen, weil es ja keine Karte gibt und wir natürlich nicht nach den Preisen gefragt haben, wer macht denn sowas? Muss man hier wohl… Aber von den „muss man hier wohl“ kommen noch ein paar.
Wir hatten vorher schon daheim ein bisschen getrunken und waren witzig unterwegs, da ist es einem ja dann auch erst mal egal, dass man in den Straßen von fast jedem schräg angeguckt wird, nur weil man nicht auf den Touristenmeilen rumläuft. Haben uns dann kurz an die Flaniermeile gesetzt und nach kurzer Zeit kam auch ein netter älterer Kubaner, setzte sich zu uns auf die Bank und hat in recht gutem Englisch gefragt, wo wir denn herkommen.
Der Spaß an der Backpackerei ist es ja nun mal, nicht stumpf in seiner All-In Klitsche zu sitzen und die Einheimischen nur als Personal zu treffen und wenn das nicht geht (was halt auch schwer ist) eben mit anderen bekloppten Rucksackmenschen rum zu ziehen.
Vorweg: Andere Backpacker haben wir noch keine getroffen, nicht mal gesehen. Das ist irgendwie komisch, damit fällt das aber auch schon mal weg. Muss ja aber auch nicht zwingend sein. Jetzt zurück zu den Einheimischen, wir hatten vorher engeren Kontakt zu unserem ersten Casa-Vermieter, der war nett und witzig, aber eher geschäftsmäßig. Dann die Telefonfrau, auch sehr nett, genau wie Cary (unsere aktuelle Casamutti) aber was unternehmen wird man mit denen ja auch nicht. Jetzt also zurück zu dem Kubaner von gestern Abend: Ich bin mit der Zeit recht misstrauisch geworden, wenn Leute in anderen Ländern spontan sehr nett sind. Aber der ältere Mann kam sehr witzig und natürlich daher, hat uns von seiner Arbeit als Geschichtslehrer erzählt und uns unzählige Fragen über Deutschland gestellt, hat wirklich ganz gut Vertrauen aufgebaut und dann nach einigem hin und her ganz nonchalant gefragt, ob wir noch nen Bier trinken wollen. Wollten wir eh und erfahrungsgemäß ist das immer eine witzige Sache, viele der besten Abende auf Tour hatten wir in Bars und Clubs, in denen für gewöhnlich keine Touristen rumhängen und solange es nicht in menschenleere Gassen geht, bin ich da recht schmerzfrei. Gesagt getan, auf in eine cubanische Bar, laut unseres Führers „no tourista“, drei Mojito geordert, dann hat auch noch ein alter Musikant aufgespielt, das hier normal. Leider fing die Fassade unseres Führers etwas an zu bröckeln, der kam mir einfach auf einmal etwas komisch vor. Wir haben dann ausgetrunken und siehe da, die Mojitos kosteten 5cuc each, normal sind 3cuc. Ich hab dann den Vogel nochmal gefragt, was das soll und er meinte das läge daran, dass wir Touristen seien, er könne nichts dafür. Haha, toll. Dann kam das Finale, sein Kind sei krank und Milch ist doch auf Kuba so teuer und wir hätten doch Geld. Da hab ich ihm dann erklärt, dass wir jetzt gehen, ohne ihn. Er wird sich seinen Teil der Mojitos in der Bar abgeholt haben und hatte nen Gratisgetränk. Ich kann mit Trickserei und Betrügerei um, wenn sie so schön offensichtlich und stumpf ist, wie in Indien, Thailand oder Afrika. Der Typ war aber echt nett und hat seine Sache wirklich gut gemacht, sowas find ich dann schade, erschüttert son bisschen das Urvertrauen. Aber wir haben jetzt eben gelernt, wie diese Masche hier geht, die Cubanerichse haben das echt drauf. Waren heute den ganzen Tag in Havana unterwegs und haben das verdammt oft erlebt, Leute kommen auf einen zu und fangen nen Gespräch an, freuen sich, wenn man etwas spanisch kann, fragen wo man her kommt etc. aber irgendwann kommt die Hookline, Kind krank, Mutter im Krankenhaus, Ziege weg gelaufen, blabla. Und das echt von jedem und auch wirklich arg dreist, mit ewigem Hinterhergelaufe und böse gucken. Nervt. Klar kenn ich das aus anderen Ländern und ich wurde auch schon gefühlte Stunden von Trommelverkäufern in Indien verfolgt, weil ich es gewagt hatte, einmal hin zu gucken, aber hier ist das ganze irgendwie viel aufdringlicher, weil persönlicher.
Der Spaß an der Backpackerei ist es ja nun mal, nicht stumpf in seiner All-In Klitsche zu sitzen und die Einheimischen nur als Personal zu treffen und wenn das nicht geht (was halt auch schwer ist) eben mit anderen bekloppten Rucksackmenschen rum zu ziehen.
Vorweg: Andere Backpacker haben wir noch keine getroffen, nicht mal gesehen. Das ist irgendwie komisch, damit fällt das aber auch schon mal weg. Muss ja aber auch nicht zwingend sein. Jetzt zurück zu den Einheimischen, wir hatten vorher engeren Kontakt zu unserem ersten Casa-Vermieter, der war nett und witzig, aber eher geschäftsmäßig. Dann die Telefonfrau, auch sehr nett, genau wie Cary (unsere aktuelle Casamutti) aber was unternehmen wird man mit denen ja auch nicht. Jetzt also zurück zu dem Kubaner von gestern Abend: Ich bin mit der Zeit recht misstrauisch geworden, wenn Leute in anderen Ländern spontan sehr nett sind. Aber der ältere Mann kam sehr witzig und natürlich daher, hat uns von seiner Arbeit als Geschichtslehrer erzählt und uns unzählige Fragen über Deutschland gestellt, hat wirklich ganz gut Vertrauen aufgebaut und dann nach einigem hin und her ganz nonchalant gefragt, ob wir noch nen Bier trinken wollen. Wollten wir eh und erfahrungsgemäß ist das immer eine witzige Sache, viele der besten Abende auf Tour hatten wir in Bars und Clubs, in denen für gewöhnlich keine Touristen rumhängen und solange es nicht in menschenleere Gassen geht, bin ich da recht schmerzfrei. Gesagt getan, auf in eine cubanische Bar, laut unseres Führers „no tourista“, drei Mojito geordert, dann hat auch noch ein alter Musikant aufgespielt, das hier normal. Leider fing die Fassade unseres Führers etwas an zu bröckeln, der kam mir einfach auf einmal etwas komisch vor. Wir haben dann ausgetrunken und siehe da, die Mojitos kosteten 5cuc each, normal sind 3cuc. Ich hab dann den Vogel nochmal gefragt, was das soll und er meinte das läge daran, dass wir Touristen seien, er könne nichts dafür. Haha, toll. Dann kam das Finale, sein Kind sei krank und Milch ist doch auf Kuba so teuer und wir hätten doch Geld. Da hab ich ihm dann erklärt, dass wir jetzt gehen, ohne ihn. Er wird sich seinen Teil der Mojitos in der Bar abgeholt haben und hatte nen Gratisgetränk. Ich kann mit Trickserei und Betrügerei um, wenn sie so schön offensichtlich und stumpf ist, wie in Indien, Thailand oder Afrika. Der Typ war aber echt nett und hat seine Sache wirklich gut gemacht, sowas find ich dann schade, erschüttert son bisschen das Urvertrauen. Aber wir haben jetzt eben gelernt, wie diese Masche hier geht, die Cubanerichse haben das echt drauf. Waren heute den ganzen Tag in Havana unterwegs und haben das verdammt oft erlebt, Leute kommen auf einen zu und fangen nen Gespräch an, freuen sich, wenn man etwas spanisch kann, fragen wo man her kommt etc. aber irgendwann kommt die Hookline, Kind krank, Mutter im Krankenhaus, Ziege weg gelaufen, blabla. Und das echt von jedem und auch wirklich arg dreist, mit ewigem Hinterhergelaufe und böse gucken. Nervt. Klar kenn ich das aus anderen Ländern und ich wurde auch schon gefühlte Stunden von Trommelverkäufern in Indien verfolgt, weil ich es gewagt hatte, einmal hin zu gucken, aber hier ist das ganze irgendwie viel aufdringlicher, weil persönlicher.
Naja, das ist aber auch nur sone Kleinigkeit, dafür is der Rum super! Haben heute auch direkt das Rum-Museum von Havana Club besichtigt. Abzug, weil 7cuc für 10 Minuten Tour und einen kleinen 7jährigen schon arg viel zu viel ist. Aber damit kann ich um, da weiß ich ja worauf ich mich einlasse, irgendwo ist und bleibt man ja nun mal Tourist. Havana selber fällt in sich zusammen, die wirklich traumhaften Kolonialgebäude, grad an der Malecon, der Straße die am Meer entlang geht und die von vielen Schreibern als traumhaft bezeichnet wird. Nur noch Ruinen, aus denen alle 15 Häuser mal ein renoviertes Hotel heraus sticht, wirklich sehr schade, weil man sich so gut vorstellen kann, wie großartig das mal ausgesehen haben muss. Havana Vieja, also die Altstadt, ist ganz gut in Schuss, aber da geht der Flair verloren, weil nur Klischeetouristen rumrennen und auch alles auf die Nasen ausgelegt ist. Das alles recht enttäuschend, weil zumindest ich mir das ganz anders vorgestellt hab.
Ok, genug jetzt der Rumheulerei, Cuba ist super. So! Aber Havana muss man echt nicht länger als einen Tag machen, Bangkok ist auch heiß, voll und optisch wenig ansprechend, aber da kann man ohne Ende andere Backpacker treffen, wild feiern gehen und man wird nicht dauernd entweder völlig schräg oder wie ne melkfertige Cashcow angestarrt. Für einige Ecken von Cuba sollte man sich einfach besser auskennen, als wir grad, für echtes Backpackergedöns ist Spanisch Pflicht und man sollte auch nicht nur mit cuc sondern auch mit cubanischen pesos rumrennen, ich denke dann kann man noch deutlich tiefer einsteigen.
Deshalb hauen wir hier auch ganz fix wieder ab und morgen früh geht’s mit dem Bus ab nach Vinales, das ist nen Tal, seit 98 Unesco Weltkulturerbe. Bisher hab ich an solchen abgelegenen Orten immer Spaß gehabt… Hoffen wir das Beste ;) jetzt noch etwas Havana Atmo-Kram:
| Son haus in havana |
| Plaza de Armas Havana |
| havana mit schlechter kamera |
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